Valentinstag – Die leisen Spuren der Liebe
Valentinstag – Die leisen Spuren der Liebe
Es ist der 14. Februar, und die Welt scheint für einen Atemzug still zu werden. Selbst der Winter hält den Schnee an, als wolle er den Herzschlag der Liebenden hören. Man nennt diesen Tag den Tag der Liebe, doch in Wahrheit ist er das Echo einer alten Geschichte – von Mut, Glaube und stiller Zuwendung.
Damals, im dritten Jahrhundert, segnete Valentin von Terni heimlich Liebespaare. Er wusste, dass Liebe nicht dem Befehl gehorcht, sondern dem Gewissen. In seinem Garten pflückte er Blumen, nicht um sie zu verkaufen, sondern um Vertrauen zu schenken. Dafür bezahlte er mit seinem Leben.
Denn die wahre Liebe schützt nicht sich selbst – sie handelt, auch wenn sie verliert.
Die Dichter nahmen sein Vermächtnis auf. Geoffrey Chaucer schrieb vom Versammeln der Vögel, die sich am Valentinstag ihre Gefährten suchen – ein Gleichnis für alles, was sich im Leben begegnet und wiederfindet. Vielleicht ist das der stillste Sinn dieses Tages: dass selbst in frostiger Zeit noch etwas blüht, was stärker ist als Vernunft.
Doch heute, zwischen Schaufenstern und Rabattaktionen, duftet es nach anderen Blüten.
Rosen tragen Preisschilder, und Zärtlichkeit hat Verpackungseinheiten. Der Handel versteht es meisterlich, Gefühl zu kalkulieren – und doch wird Liebe nie auf einer Quittung stehen.
Liebe lässt sich schenken, aber nicht kaufen.
Vielleicht braucht es diesen Tag trotzdem. Nicht, um etwas zu erwerben, sondern um sich zu erinnern: an das, was zählt, wenn alles andere schweigt – die Hände verbunden, der offene Blick, das unausgesprochene Verstehen.
So mögen an diesem 14. Februar all jene still lächeln, die wissen:
Das Herz handelt nicht – es gibt.
©Thomas de Vachroi
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