Das Schweigen der Satten
„Profitgier ist ein Feuer, das erst die anderen frisst und am Ende sich selbst.“
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir leben in einer Zeit, in der man das Gefühl nicht loswird, dass die Welt förmlich aus den Angeln gehoben wurde. Was früher als unumstößliches Fundament von Moral und Anstand galt, scheint heute unter dem Gewicht von Machtgier und Kaltblütigkeit zu zerbrechen.
In den Krisenherden unserer Welt erleben wir ein millionenfaches Leid, das fassungslos macht.
Diktaturen und autoritäre Regime agieren mit einer Destruktionskraft, die weder vor der Natur noch vor der Würde des Menschen Halt macht. Besonders erschütternd: Die „Masse Mensch“ wird erneut als bloßes Kanonenfutter missbraucht. Junge Leben werden in sinnlose Fleischwölfe geworfen, nur um die imperialen Träume einiger Despoten zu stützen. Das Individuum zählt nichts mehr – es wird zur statistischen Manövriermasse im Kampf um Einfluss.
Doch warum scheint niemand mit Konsequenzen rechnen zu müssen? Die bittere Wahrheit ist: Es gibt weltweit genug Akteure, die am „Geldkuchen“ beteiligt werden wollen. Jenseits jeglicher Moral wird weggesehen, solange der Profit stimmt. Wenn wirtschaftliche Interessen ethische Barrieren überrollen, wird das Sprichwort „über Leichen gehen“ zur grausamen Realität. Wer sich ein Stück vom Kuchen sichert, stellt keine Fragen nach dem Blut, das an den Zutaten klebt.
Wir dürfen diese schleichende Entmenschlichung nicht als neue Normalität akzeptieren. Es ist Zeit für eine radikale moralische Umkehr. Wir müssen den Einzelnen wieder als Menschen sehen, nicht als Material für Machtspiele. Wer am wirtschaftlichen System teilhat, darf seine Augen nicht vor den Opfern verschließen. Wir müssen den Mut finden, dem Unrecht zu widersprechen – auch wenn es unbequem ist.
Eine Welt, die nur auf Ausbeutung und Gier basiert, trägt den Keim ihres eigenen Untergangs in sich. Wir sind aufgerufen, Menschlichkeit wieder über das Kapital zu setzen. Denn kein Profit der Welt ist es wert, unsere Seele und unsere Zivilisation zu opfern.
Thomas de Vachroi


