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Angebliches Wundermittel MMS gefährlich

 Im Internet wird es als “Wundermittel” gehandelt, als magische Mineralstoff-Lösung. Grippe und Blasenentzündung sollen damit heilbar sein, Malaria und sogar Krebs. Der Name: MMS – Miracle Mineral Supplement. Doch damit riskieren Sie ihre Gesundheit, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.
Nicht wenige Kranke fallen auf die dubiosen Versprechungen der Anbieter herein und bestellen die zwei kleinen Fläschchen. Doch Experten raten dringend vor der Einnahme ab, denn der Inhalt ist alles andere als harmlos.

Fachleute warnen

Die Mischung aus Natriumchlorit und Säure ist quasi ein Bleichmittel. Damit riskieren Sie ihre Gesundheit, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.  Das Mittel enthalte keinen medizinischen Wirkstoff, sondern sei letztlich ein Desinfektionsmittel. Es könne die Magenschleimhäute reizen und im Darmtrakt Störungen hervorrufen.
Entdeckt wurde MMS von dem Amerikaner Jim Humbles, der angeblich auf einer Dschungel-Expedition in Mittelamerika mit Hilfe von MMS Malaria geheilt haben will. Tatsächlich gibt es keine einzige wissenschaftliche Studie, die irgendeine positive Wirkung von MMS belegt.

Explosive Mischung

Wundermittel MMS

MMS enthält die Chemikalie Natriumchlorit (nicht zu verwechseln mit Natriumchlorid, Kochsalz). Wird Natriumchlorit in Wasser gelöst und mit einer Säure (z.B. Zitronensäure, Fruchtsäure aus Säften oder Essig) vermischt, bildet sich das als “sehr giftig”, “ätzend”, “umweltgefährlich” und “brandfördernd” eingestufte Chlordioxid. Diese Substanz wird normalerweise als Desinfektionsmittel bei der industriellen Wasseraufbereitung und als Bleichmittel für Textilien eingesetzt. Bis 1957 wurde Chlordioxid auch als Zusatzstoff zum Bleichen von Mehl verwendet, nach Tierversuchen mit schweren Nierenschäden jedoch verboten. Chlordioxid ist in Europa weder als Lebensmittel noch für Lebensmittel zugelassen.

Augen auf im Netz!
Wenn ein Mittel gleich mehrere Krankheiten heilen soll – bei MMS sogar so schwere Krankheiten wie AIDS oder Krebs-,  so ist das ein deutliches Warnsignal.
Häufig wird über die Ignoranz der Gesundheitsbehörden geklagt, die den angeblich wahren Wert des Mittels nicht erkennen will. Als Belege für die Wirksamkeit gibt es meist nur begeisterte, aber nicht überprüfbare Berichte einzelner Patienten. Solche Seiten sollte man sofort wegklicken, rät das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWIG.

Seriöse Gesundheitsinformationen

Orientierung im Internet-Gesundheitsdschungel bieten inzwischen auch Zertifikate für gute Internetseiten. Relativ neu ist das deutsche „Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem“, AfGis. Hinter AfGis steht ein Zusammenschluss von Verbänden, Unternehmen und Personen aus der Gesundheitsbranche. Etablierter ist das Qualitätssiegel „Health on Net Foundation“, kurz HON. Weltweit tragen mittlerweile über 7000 Seiten dieses Zertifikat. Das HON-Siegel wird von einer Schweizer Stiftung vergeben. Wie AfGis überprüft auch diese Stiftung, ob die Angaben auf der Internetseite konform sind mit Grundanforderungen, die Anbieter von Gesundheitsinformationen im Internet erfüllen sollten.

Quelle: Verbr. Sachsen

red. Vachroi-VariAble 2014

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