Margot-Friedländer-Platz in Berlin
Heute, am 07.05.2026 wurde in Berlin eine Ehre vollzogen, die mich Innerlich tief bewegt.
Der Platz vor dem Abgeordnetenhaus trägt von nun an den Namen Margot-Friedländer-Platz – den Namen einer Frau, die ich viele Jahre nicht nur als beeindruckende Zeitzeugin, sondern als Freundin an meiner Seite wissen durfte.
Seit heute lautet die Adresse des Berliner Landesparlaments „Margot-Friedländer-Platz“.
In dieser nüchternen Zeile steckt für mich eine große Würde: Margots Name steht nun dort, wo über die Zukunft unserer Stadt und unseres Landes beraten und entschieden wird. Es ist, als würde ihre Stimme, ihre Mahnung, ihre Hoffnung, ihre unbeirrbare Menschlichkeit in die alltägliche Arbeit der Demokratie hineinklingen.
Ich habe Margot als eine Frau erlebt, die nach den unvorstellbaren Erfahrungen der Verfolgung und des Verlustes nicht mit Bitterkeit zurückkehrte, sondern mit einer leisen, aber unbeugsamen Kraft. Sie hat Generationen von jungen Menschen zugehört, ihnen von ihrem Leben erzählt und sie ermutigt, Verantwortung zu übernehmen. Ihre Botschaft war stets klar: wachsam zu sein, dem Hass entgegenzutreten und dem anderen Menschen mit Respekt zu begegnen.
Dass der Platz vor dem Abgeordnetenhaus nun ihren Namen trägt, ist daher weit mehr als eine symbolische Geste. Es ist ein sichtbares Versprechen dieser Stadt, das Erinnern an die Verbrechen der Vergangenheit mit der Verantwortung für die Gegenwart zu verbinden. Wer künftig diese Adresse liest, wer hier ein- und ausgeht, wird – bewusst oder unbewusst – an eine Frau erinnert, die ihr Leben in den Dienst der Menschlichkeit gestellt hat.
Für mich persönlich ist dieser Tag zugleich schmerzlich und tröstlich. Schmerzlich, weil Margot diesen Moment nicht mehr selbst miterlebt; tröstlich, weil ihr Name, ihr Lebensweg und ihr Vermächtnis nun dauerhaft in der Mitte Berlins verankert sind. Der Margot-Friedländer-Platz ist für mich ein Ort der Erinnerung, der Dankbarkeit und der Verpflichtung: in ihrem Sinne hinzusehen, zu widersprechen, zu schützen – und Mensch zu bleiben.
Danke an die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld und die Abgeordneten, an den Berliner Senat und den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner, an die Margot-Friedländer-Stiftung, an die musikalische Begleitung und den großartigen Schulchor.
Danke für diese würdevolle Veranstaltung.
Euer Thomas de Vachroi







